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  3. Sehnde

Interessierte und wissbegierige Bürger*innen erkunden das Ladeholz

  • Thomas
  • 7. Oktober 2026 um 23:38
  • 127 Mal gelesen
  • 0 Kommentare
  • 5 Minuten
Mehr zu diesem Audioangebot

Die Audioversion dieses Artikels wurde künstlich erzeugt. Bitte beachten Sie, dass bei einer automatisierten Sprachsynthese kleine Ungenauigkeiten in der Aussprache auftreten können.

Unter dem Motto „Wald.Stadt.Baum.Zukunft“ fand am Freitag dem 18. September, eine rund dreistündige Waldführung im Landschaftsschutzgebiet „Ladeholz“ statt. Insgesamt 25 Bürger*innen nahmen teil und erhielten dabei vielfältige Einblicke in die Entwicklung, den Zustand und die Zukunft des Waldes.


Die Teilnehmenden kamen aus unterschiedlichen Altersgruppen und sowohl aus Sehnde als auch aus dem Umkreis von Sehnde. Damit bot die Veranstaltung die Gelegenheit, Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen und Perspektiven rund um das Thema Wald zusammenzubringen.


Geplant und geleitet wurde die Veranstaltung von Ines Brüling, Klimaanpassungsmanagerin der Stadt Sehnde sowie Forstwissenschaftlerin und Waldökologin. Für die fachlichen Ausführungen war Sebastian Wels, Arborist der Stadt Sehnde, dabei. Beide brachten ihre unterschiedlichen fachlichen Perspektiven und umfangreichen Kenntnisse über den Wald, seine Entwicklung und die Herausforderungen des Klimawandels ein. Bei der Organisation und Vorbereitung der Veranstaltung unterstützte Ena Schweizer, Auszubildende der Stadt Sehnde zur Verwaltungsfachangestellten im 2. Ausbildungsjahr.


Die Führung begann um 10:00 Uhr am Spielplatz Brahmsweg. Zum Einstieg startete die Gruppe mit einem kleinen pädagogischen Spiel, das dazu diente, spielerisch einen ersten Zugang zum Thema Wald zu schaffen und die Teilnehmenden miteinander ins Gespräch zu bringen. Anschließend folgte eine kurze Vorstellungsrunde, bei der sich die Teilnehmenden und die Verantwortlichen der Veranstaltung gegenseitig kennenlernen konnten.


Danach startete die Gruppe ins Ladeholz. Aufgrund der Gruppengröße, aber auch wegen der unterschiedlichen fachlichen Schwerpunkte der Stadtmitarbeitenden, bildeten sich während der Führung zwei Untergruppen. So konnten Fragen und Gespräche in einem überschaubaren Rahmen geführt werden: Während eine Gruppe mit Ines Brüling im Austausch war und Fragen zur Waldentwicklung, zum Ökosystem und zur Klimaanpassung stellte, nutzte die andere Gruppe die Gelegenheit, mit Sebastian Wels über Stadtbäume, ihre Gesundheit, die praktische Arbeit im Wald und im Stadtgebiet, ins Gespräch zu kommen. Im Anschluss wurden die Gruppen wieder zusammengeführt und die Führung gemeinsam fortgesetzt.


Im Mittelpunkt standen zahlreiche Fragen rund um die unterschiedlichen Funktionen des Waldes sowie seine Entwicklung unter den sich verändernden klimatischen Bedingungen.


Wald im Wandel


Sebastian Wels, Arborist der Stadt Sehnde, gab zunächst einen Überblick über verschiedene Baumkrankheiten und Schädigungen. Im Mittelpunkt stand dabei das Eschentriebsterben. Er erläuterte die Ursachen der Erkrankung, beschrieb typische Schadbilder und ging darauf ein, wie betroffene Bäume kontrolliert und hinsichtlich ihrer Verkehrssicherheit beurteilt werden können.


Auch der Umgang mit Bäumen auf öffentlichen und privaten Grundstücken sowie die Auswirkungen von Wind auf die Standsicherheit von Bäumen wurden thematisiert.

Weitere Schwerpunkte waren Totholz, Baumwachstum, Baumbeschnitte und die Widerstandsfähigkeit verschiedener Baumarten. Dabei ging es auch um die Frage, welche Baumarten künftig unter veränderten klimatischen Bedingungen gute Entwicklungsmöglichkeiten haben könnten.


Ines Brüling, gab darüber hinaus Einblicke in die Entwicklung von Wäldern und die Zusammenhänge innerhalb des Waldökosystems. Besprochen wurden unter anderem verschiedenste Baumarten wie Rotbuche, Stieleichen und Kirsche sowie die Auswirkungen von unterschiedlichen Bodenverhältnissen. Auch die Zersplitterung von Waldflächen und mögliche Fördermöglichkeiten wurden angesprochen.


Zusammenspiel von Pflanzen, Tieren und Pilzen


Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der natürlichen Verjüngung des Waldes und dem Einfluss von Wildtieren. Dabei wurde erläutert, dass Rehe unter anderem Knospen fressen und dadurch jungen Bäumen das Aufwachsen erschweren können. Auch die Rolle von Eichhörnchen bei der natürlichen Verjüngung wurde thematisiert: Sie verstecken Eicheln als Vorrat, vergessen jedoch einen Teil davon, sodass an diesen Stellen neue Bäume entstehen können.


Auch die Pflanzenwelt des Ladeholzes wurde genauer betrachtet. Brombeeren bieten zahlreichen Tieren Nahrung und Schutz. Darüber hinaus wurden unter anderem Efeu, Taubnesseln, Hainbuchen und Eichen betrachtet. Thematisiert wurde außerdem das Vorkommen von Rhododendron im Wald, das die natürliche Vegetation beeinflussen und die Entwicklung anderer Pflanzenarten beeinträchtigen kann. Dabei wurde auch darauf hingewiesen, dass die Entsorgung von Gartenabfällen im Wald die Verbreitung nicht heimischer und invasiver Pflanzenarten fördert.


Neben Bäumen und Pflanzen standen auch die Tierwelt und die biologische Vielfalt im Mittelpunkt. Käfer, Schmetterlinge und weitere Waldbewohner wurden ebenso angesprochen wie Trüffel und andere Pilze. Dabei wurde deutlich, wie eng Bäume, Boden, Pflanzen, Pilze und Tiere miteinander verbunden sind.


Blick auf die Zukunft des Waldes


Die Waldführung bot neben fachlichen Informationen viel Raum für Fragen und Gespräche. Dabei wurde insbesondere diskutiert, welche Strategien und Konzepte notwendig sind, um die Wälder langfristig an veränderte klimatische Bedingungen anzupassen und ihre vielfältigen Funktionen zu erhalten.


Auch die besonderen Bedingungen eines natürlichen Waldgebietes wurden berücksichtigt. Unebene Wege, Wurzeln, Äste, Totholz und möglicherweise herabfallende Baumteile können für Besucher*innen Gefahren darstellen. Ebenso wurden Witterungseinflüsse sowie der Schutz vor Zecken und Mücken angesprochen. Die Teilnehmenden erhielten Hinweise darauf, worauf sie bei einem Aufenthalt im Wald achten können und wie sie sich möglichst sicher dort bewegen.

Da sich das Ladeholz im Landschaftsschutzgebiet „Ladeholz“ befindet, wurden die Teilnehmenden außerdem für einen respektvollen Umgang mit der Natur und die Vermeidung von Beeinträchtigungen sensibilisiert.


Für Spaziergänge wird empfohlen, den „Grasweg“ und den „Totenweg“ zu nutzen.


Zum Abschluss der Führung schaute sich die Gruppe noch die Buchenallee an. Dabei bot sich noch einmal die Gelegenheit, die zuvor besprochenen Themen direkt vor Ort zu betrachten und den Blick auf die Entwicklung und Besonderheiten des Waldbestandes zu richten.


Unter dem Motto „Wald.Stadt.Baum.Zukunft“ stand damit vor allem das Verständnis für die vielfältigen Funktionen des Waldes und seine Bedeutung für die Stadtgesellschaft im Mittelpunkt. Die Führung zeigte zugleich, vor welchen Herausforderungen der Wald heute und in Zukunft steht und wie komplex das Zusammenspiel seiner verschiedenen Bestandteile ist.


Ein herzlicher Dank gilt allen Bürger*innen, die an der Waldführung teilgenommen und mit ihren Fragen und Gesprächen zu einer interessanten und informativen gemeinsamen Zeit im Wald beigetragen haben.


Da das Interesse an der Veranstaltung so groß war, soll ein ähnliches Angebot auch im kommenden Jahr wieder angeboten werden.

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