„Flüchtlingstransport vom 06. März 1946“ Neues Archiv Sonderblatt Nr. 1/2026
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Thomas -
5. März 2026 um 08:52 -
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Das Stadtarchiv Peine veröffentlicht sein Archiv Sonderblatt Nr. 1/2026.
Es behandelt die Ankunft des ersten staatlich organisierten
Flüchtlingstransports nach dem Zweiten Weltkrieg in Peine zu Beginn des
Jahres 1946.
„Am 6. März 2026 jährt sich die Ankunft des Zuges mit insgesamt 887
Flüchtlingen zum 80. Mal,“ so Stadtarchivar Dr. Andreas Kulhawy, „den
Jahrestag nehmen wir zum Anlass, an die ungeheure Herausforderung, vor
der die Bevölkerung unseres Kreises damals stand, zu erinnern.“
„Man führe sich einmal die Dimension dieses Zuzugs vor Augen,“ so
Kulhawy weiter, „allein in Stederdorf, das im Jahre 1939 noch rd. 2.200
Einwohner zählte, wurden 349 Flüchtlinge eingewiesen. In dem 1939 nur
82 Einwohner zählenden Wendesse waren es sogar 20 Flüchtlinge und in
Mödesse (1939 161 Einwohner) waren es 40. Die örtlichen Behörden
hatten dann für Unterbringung, Verpflegung und Versorgung mit den
nötigsten Gebrauchsgegenständen zu sorgen! Dies geschah meist durch
Beschlagnahme von Wohnraum, Kleidung, Möbeln usw. bei den
Alteingesessenen.“
Lediglich in der Kreisstadt Peine erfolgte zunächst keine Einweisung, weil
hier bereits zahlreiche alliierte Soldaten und Mitarbeiter der zwischen Ende
1945 und 1947 bestehenden britischen Postzensurstelle einquartiert
waren, ja teils komplette Straßenzüge an sie hatten abgetreten werden
müssen. Allerdings wurden bis Mitte März 1947 auch in der Kernstadt
6.641 Flüchtlinge in Privathaushalten, aber auch in größeren Hallen wie
dem alten Saal der Schützengilde untergebracht
Wie dürftig viele Flüchtlinge untergebracht waren, liegt auf der Hand. In
zugigen Schuppen, Ställen und Hallen, aber auch als mitunter missliebige
Einlieger von Privatwohnungen, fiel es schwer, auch nur ein Minimum an
Privatsphäre herzustellen. Und das Schlafen auf Stroh oder alten
abgenutzten Matratzen war gewiss ebenso wenig Luxus, wie die Nutzung
abgelegten Geschirrs.
„Es vergingen noch viele, viele Jahre, bis alle Neu-Peiner eine eigene
Wohnung und ein Auskommen gefunden hatten sowie bestehende
Ressentiments gegenüber den Neuankömmlingen abgebaut werden
konnten“, so Dr. Kulhawy abschließend.
Die Veröffentlichung ist ab sofort im Download unter
https://www.peine.de/de/rathaus/stadtportraet/stadtarchiv/ abrufbar
sowie in folgenden Einrichtungen kostenlos erhältlich:
➢ Stadtarchiv
➢ Stadtbücherei
➢ Peine Marketing
➢ Rathaus
➢ Kreismuseum