Jugend im Fokus: Beteiligung, Angebote und Perspektiven in der Stadt Peine
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Thomas -
20. März 2026 um 14:10 -
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Im Zuge der jüngsten Beratungen des städtischen Fachausschusses für
Strukturpolitik und Wirtschaft und des hier vereinbarten Gesprächskonzepts
zwischen Politik und Verwaltung wurden jetzt die maßgeblichen Punkte intensiv
im Rathaus erörtert.
„Unser Ziel war es, inhaltliche Positionen abzugleichen und eine
gemeinsame Perspektive für den weiteren Umgang mit jugendrelevanten
Themen zu entwickeln“, erklärt Erster Stadtrat Christian Axmann,
„aufbauend auf den aktuellen Entwicklungen und ergänzend zu den im
Gespräch behandelten Themen hat die Stadtjugendpflege inzwischen
übrigens auch ein neues Angebot für Jugendliche ab 16 Jahren konzipiert.“
Dieses solle Ende April im Jugendfreizeiteinrichtung Nummer 10 starten.
Zur weiteren Ausgestaltung wolle man gezielt den Austausch mit
Jugendlichen suchen, die diesen Bedarf jüngst auch in der Lokalpresse
artikuliert hatten.
Henrik Kühn, städtischer Amtsleiter für Bildung und Kultur und in dieser
Funktion verantwortlich für die Stadtjugendpflege, stellte Maßnahmen,
Aktionen und Angebote sowie geplante Entwicklungen vor. „Wir haben in
den vergangenen Jahren bewusst daran gearbeitet, unsere Angebote
stärker an den tatsächlichen Bedürfnissen der Jugendlichen auszurichten“,
sagte Kühn. Dabei ging er insbesondere auf die Beteiligungsformate „Pimp
your Town!“ und „Projektschmiede“ ein. Beteiligungsformate seien nicht
nur punktuelle Projekte, sondern ein zentraler und künftig weiter
ausgebauter Bestandteil moderner Jugendarbeit. Ziel sei es, Jugendlichen
dauerhaft echte Mitwirkungsmöglichkeiten zu eröffnen und ihre
Perspektiven systematisch in Planungs- und Entscheidungsprozesse
einzubeziehen.
Mit Blick auf die im Rahmen der Projektschmiede diskutierte Pop-upNutzung von Leerständen betonte Kühn sowohl die Chancen als auch die
Grenzen: „Solche Formate können Impulse setzen und Aufmerksamkeit
erzeugen, sie ersetzen aber keine kontinuierliche, verlässliche
Jugendarbeit.“ Viele Fragen – etwa zur Finanzierung, Ausstattung und
organisatorischen Betreuung – seien noch zu klären. Nach Auffassung der
Stadtverwaltung eignet sich dieser Ansatz für temporäre Nutzungen und
flexible Konzepte weitaus mehr für das neue städtische Förderprojekt im
Bereich von Start-up-Gründungen.
Deutlich positiv entwickelte sich die verstärkte Präsenz der
Stadtjugendpflege in der Innenstadt. Durch Aktionen bei verkaufsoffenen
Sonntagen, offene Angebote im Jugendfreizeitzentrum Töpfers Mühle sowie
kostenfreie Mitmachaktionen sei die Sichtbarkeit deutlich gestiegen. „Wir
erreichen Jugendliche dort, wo sie sich ohnehin aufhalten, und schaffen
niedrigschwellige Zugänge“, so Kühn.
Ein sichtbares Ergebnis der Beteiligungsprozesse sei die Schaffung neuer
Sitzmöglichkeiten im Innenstadtbereich. Diese seien in Kooperation mit der
Wirtschaftsförderung und Peine Marketing umgesetzt worden und würden
bereits intensiv genutzt. „Hier wird deutlich, dass Beteiligung nicht
folgenlos bleibt, sondern konkret etwas im Stadtbild verändert“, erklärte
Kühn.
Auch weitere, im Ausschuss diskutierte Themen griff er auf: So gebe es
bereits Angebote kostenfreier Hygieneartikel für junge Frauen, die zur
Enttabuisierung beitrügen und die Chancengleichheit stärkten.
Besonders erfolgreich sei die Weiterentwicklung der Angebote für die
Altersgruppe der 12- bis 18-Jährigen. Formate wie „Schools-Out-Discos“,
Mitternachtssport oder die Beteiligung an der „Langen Nacht der
Demokratie“ hätten zu einer deutlich gestiegenen Nachfrage geführt. „Wir
sehen, dass unsere zielgruppenspezifischen Anpassungen ankommen –
insbesondere freitags haben wir eine sehr gute Resonanz“, sagte Kühn.
Für das Jahr 2026 kündigte er an, bestehende Projekte weiter auszubauen
und Beteiligungsformate fortzuführen. Dabei komme der aktiven
Einbindung von Jugendlichen weiterhin eine herausgehobene Bedeutung
zu. Ziel sei es, Jugendlichen sowohl kreative Freiräume als auch konkrete
Mitgestaltungsmöglichkeiten zu bieten.
In der anschließenden Diskussion bestand Einigkeit darüber, die positiven
Entwicklungen stärker öffentlich zu kommunizieren und Jugendliche noch
direkter einzubinden – etwa über Formate im Kontext der „Erstwahlprofis“
und durch eine noch intensivere Social-Media-Präsenz als bisher. Auch
finanzielle Rahmenbedingungen wurden offen thematisiert. Nicht alle
Projekte ließen sich realisieren, was transparent vermittelt werden müsse.
Gleichzeitig wurde betont, dass einzelne Vorhaben auch über
Kooperationen mit externen Partnern angestoßen werden könnten.
Matthias Wehrmeyer, Vorsitzender der Ratsgruppe SPD und Bündnis 90/Die
Grünen, zog ein positives Fazit: „Die Entwicklung zeigt, dass Beteiligung
ernst genommen und sichtbar umgesetzt wird. Das stärkt das Vertrauen
der Jugendlichen in politische Prozesse und macht deutlich, dass ihre Ideen
Wirkung entfalten können.“ Zugleich hob er hervor: „Wichtig ist, dass dieser
Weg konsequent weitergegangen wird und Beteiligung kein einmaliges
Projekt bleibt, sondern dauerhaft verankert wird.“
Thorge Karnick, Vorsitzender der Ratsgruppe „Gemeinsam für Peine - CDU,
FDP, Volt und Weitling“, ergänzte: „Die vorgestellten Maßnahmen zeigen,
dass Verwaltung und Politik gemeinsam an einem klaren Konzept arbeiten.
Besonders wichtig ist, dass neben neuen Ideen auch die bestehenden
Strukturen gestärkt werden.“ Mit Blick auf die Umsetzung betonte er: „Es
ist richtig, Chancen aufzuzeigen, aber ebenso wichtig, offen über Grenzen
zu sprechen – genau das schafft Glaubwürdigkeit gegenüber den
Jugendlichen und sorgt für realistische Erwartungen