Archäologischer Fund in der Gifhorner Innenstadt: Reste eines Knüppeldamms bei Bauarbeiten gefunden
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Thomas -
26. März 2026 um 13:38 -
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Aktuell lässt die Stadt Gifhorn ein neues Fundament für den Maibaum vor dem Rathaus herstellen. Was für den Fachbereich Tiefbau normalerweise eine Routineaufgabe ist, entpuppte
sich jüngst als ganz besonderes Projekt: Tatsächlich öffnet das etwa 2,3 x 2,0 m große und
circa 1,5 m tiefe Loch an der Ecke zwischen Cardenap und Marktplatz ein archäologisches
Fenster in die frühe Siedlungsgeschichte Gifhorns, denn in rund 1,10 m Tiefe kamen Reste
einer alten Straßenbefestigung – eines Knüppeldamms – zum Vorschein.
Eine vom Kreis- und Stadtarchäologen Dr. Ingo Eichfeld gemeinsam mit dem ehrenamtlichen
Bodendenkmalpfleger Heinz Gabriel durchgeführte Untersuchung ergab, dass der alte Weg
aus Rundhölzern bestand, die auf einer Packlage von faust- bis kindskopfgroßen Feldsteinen
aneinandergereiht waren. Die 9 bis 14 cm dicken Hölzer lagen im rechten Winkel zum Wegeverlauf. Da sich die Enden der Hölzer im Grabungsschnitt überlappten, muss der Weg eine
Breite von mehreren Metern gehabt haben. Aus älteren Beobachtungen ist bekannt, dass
sich der Knüppeldamm in Richtung Cardenapmühle und Steinweg fortsetzte. Einige schräg
liegende Hölzer im jetzt untersuchten Ausschnitt deuten zudem einen Abzweig in Richtung
der heutigen Kirche an.
Oberhalb der Rundhölzer befand sich eine rund 40 cm dicke schwarze Schicht, in die neben
weiteren Feldsteinen auch allerhand Siedlungsmüll wie Scherben, Hufeisen oder Tierknochen eingelagert war. Darüber lagen weitere Schutt- und Planierschichten. „In gewisser
Weise haben sich die Gifhorner auf ihrem Abfall hochgewohnt“, lacht Eichfeld. Die Archäologen freut es, denn die Funde erlauben eine vorläufige Datierung in die Zeit um 1500. „Möglicherweise lassen sich die Hölzer noch genauer datieren. Sie sind schon auf dem Weg ins Labor“, erklärt Gabriel.
Das Fundament wird derweil fertiggestellt. So freuen wir uns am 30. April auf ein ganz besonderes Maibaumaufstel
Abb.: Ingo Eichfeld bei der Dokumentation am Gifhorner Marktplatz (Foto: K. Hahn, Stadt
Gifhorn).