Gifhorn konkretisiert die Wärmewende
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Thomas -
28. April 2026 um 18:55 -
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Abschlussbericht zur Kommunalen Wärmeplanung liegt vor / Orientierung für Bürgerinnen
und Bürger
Die Stadt Gifhorn hat als erste Kommune im Landkreis Gifhorn ihren Abschlussbericht zur
Kommunalen Wärmeplanung vorgelegt. Er schafft eine strategische Grundlage und wichtiges
Informationssystem dafür, wie die Wärmeversorgung im Stadtgebiet langfristig klimafreundlich, effizient und bezahlbar weiterentwickelt werden kann. Die Planung benennt Vorschläge
für konkrete Maßnahmen und ist zugleich ein wichtiger Baustein auf dem Weg zu einer weitgehend treibhausgasneutralen Wärmeversorgung bis 2040.
Für den Kommunalen Wärmeplan untersuchten die beauftragten Büros IP Syscon GmbH und
Energie Klima Plan gGmbH, wie Wärme in Gifhorn heute erzeugt und genutzt wird, wo Einsparpotenziale bestehen und welche Lösungen in den einzelnen Stadtgebieten perspektivisch sinnvoll sein können. Betrachtet wurden sowohl zentrale Ansätze wie Wärmenetze als
auch dezentrale Lösungen. Für die Stadt entsteht damit eine belastbare Grundlage für politische Entscheidungen, Investitionen und weitere Förderstrategien.
Wärmeplan schafft Planungssicherheit
„Mit der Kommunalen Wärmeplanung verfügt die Stadt Gifhorn über eine fundierte Basis,
um die Wärmewende vor Ort Schritt für Schritt zukunftsorientiert und gleichzeitig realistisch
zu gestalten. Für Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen, Institutionen und Netzbetreiber
bedeutet das vor allem mehr Orientierung und eine verlässliche Grundlage für künftige Entscheidungen. Wir werden in diesem Sinne auch künftig stark auf Austausch und Beteiligung
setzen“, sagt Bürgermeister Matthias Nerlich.
Immobilieneigentümerinnen und -eigentümern zeigt der Wärmeplan, welche klimafreundlichen Heizoptionen grundsätzlich in Frage kommen, gibt Hinweise auf mögliche künftige Versorgungsarten in einzelnen Quartieren und bietet mehr Planungssicherheit für anstehende
Investitionen in Heiztechnik und energetische Sanierung. Zugleich kann das Konzept die regi-
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onale Wertschöpfung stärken, indem lokale und gebietsspezifische Lösungen in den Blick genommen werden. Der Wärmeplan wird in den kommenden Jahren regelmäßig fortgeschrieben.
Dezentrale Lösungen im Fokus
Inhaltlich macht der Bericht deutlich, dass in Gifhorn keine Einheitslösung geben wird. Für
rund drei Viertel der Gebäude werden demnach voraussichtlich dezentrale und individuelle
Wärmeversorgungslösungen, wie beispielweise eine eigene Luft-Wärme-Pumpe je Gebäude,
eine wichtige Rolle spielen. In den ermittelten Wärme-Eignungsgebieten setzt die Strategie
daneben auf die Unterstützung von Wärmenetzen und gemeinschaftlichen Lösungen.
Die Maßnahmenvorschläge im Überblick:
• Machbarkeitsstudie zur Abwärmenutzung der Kläranlage: Geprüft werden soll, wie das
Wärmepotenzial der Kläranlage in der Winkeler Straße für umliegende Gebäude nutzbar
gemacht werden kann.
• Machbarkeitsstudie für ein Wärmenetz im Bildungscampus: Untersucht wird, ob künftig ein Wärmenetz den Bildungscampus versorgt.
• Wärmenetze in Neubau- und Sanierungsgebieten: Geplante Entwicklungsgebiete wie
etwa Westerfeld Nord sollen frühzeitig auf fossilfreie Wärmelösungen und mögliche
Wärmenetze ausgerichtet sein.
• Kommunale Netzwerke und Kooperationsmodelle: Die Stadt will Akteure zusammenbringen und Kooperationen fördern, um gemeinsame Lösungen für eine effiziente Wärmeversorgung voranzubringen.
• Unterstützung lokaler und regionaler Energiegenossenschaften: Bürgerschaftliches und
genossenschaftliches Engagement sind wichtige Faktoren für eine erfolgreiche Wärmewende, die gestärkt werden.
• Beratungsangebot mit Energieberatern: Eigentümerinnen und Eigentümer sollen beim
Umstieg auf eine fossilfreie Wärmeversorgung fachliche Unterstützung erhalten.
• Sanierung städtischer Liegenschaften: Die Stadt ertüchtigt ihre Gebäude energetisch
und stellt die Wärmeversorgung der eigenen Liegenschaften klimaneutraler auf.
• Mehr erneuerbarer Strom auf städtischen Liegenschaften: Der Ausbau von Photovoltaik auf Dächern und geeigneten Flächen der Stadt wird weiter vorangebracht.
Die Stadt Gifhorn ist als Mittelzentrum nach dem Niedersächsischen Klimagesetz verpflichtet, bis spätestens Ende 2026 eine Kommunale Wärmeplanung vorzulegen. Dem nun vorliegenden Abschlussbericht ging ein mehrstufiger Prozess voraus, in den Fachleute, Unternehmen und Öffentlichkeit eingebunden waren. Dazu gehörten unter anderem Informationsveranstaltungen, Akteurstreffen und die öffentliche Auslegung des finalen Entwurfs, um die Beteiligung aller Interessierten zu ermöglichen.
Stadt Gifhorn erfolgte heute im Ausschuss für Stadtplanung, Bauordnung, Umwelt und Verkehr: (v.l.) Sebastian Gütte (IP SYSCON GmbH), Dr. Jörg Krywkow und Ulla Yassine (Energie
Klima Plan gGmbH), Bürgermeister Matthias Nerlich, Stadtbaurat Oliver Bley, Ellen Schulz
und Maike Klesen (Fachbereich Stadtentwicklung der Stadt Gifhorn)
Bildnachweis: Stadt Gifhorn