Bundesweiter Warntag am 10. September 2026: Deutschland testet seine Warnsysteme
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Thomas -
17. August 2026 um 18:24 -
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Bundesweiter Warntag am 10. September 2026: Deutschland testet seine Warnsysteme
Am Donnerstag, 10. September 2026, findet in Deutschland der nächste Bundesweite Warntag statt. Bund, Länder und Kommunen überprüfen dabei gemeinsam, wie zuverlässig die verschiedenen Warnsysteme funktionieren und ob Warnungen die Bevölkerung im Ernstfall schnell erreichen. Der Warntag ist in der Regel für den zweiten Donnerstag im September vorgesehen. 2026 fällt dieser Termin auf den 10. September.
Der eigentliche Probealarm beginnt um 11 Uhr. Zu diesem Zeitpunkt wird über das Modulare Warnsystem des Bundes, kurz MoWaS, eine Probewarnung an die angeschlossenen Warnmultiplikatoren übermittelt. Dazu gehören unter anderem Rundfunksender und App-Server. Von dort aus kann die Warnung über verschiedene Kanäle weitergegeben werden. Dazu zählen beispielsweise Radio, Fernsehen und Warn-Apps sowie Smartphones über Cell Broadcast. Parallel können die teilnehmenden Länder, Landkreise und Kommunen ihre örtlich verfügbaren Warnmittel auslösen, etwa Sirenen oder Lautsprecherwagen.
Für die Bevölkerung besteht am Warntag keine Gefahr. Es handelt sich ausdrücklich um eine Probewarnung. Der Bundesweite Warntag soll vor allem zeigen, ob die technische Warninfrastruktur funktioniert und ob die verschiedenen beteiligten Stellen ihre Warnungen zuverlässig übermitteln können. Gleichzeitig soll die Bevölkerung mit den unterschiedlichen Warnmöglichkeiten vertraut gemacht werden. Das ist im Ernstfall wichtig, weil eine Warnung nur dann ihren Zweck erfüllen kann, wenn sie möglichst viele Menschen erreicht und diese wissen, wie sie mit einer Warnmeldung umgehen müssen.
Eine wichtige Rolle spielt dabei Cell Broadcast. Mit diesem Verfahren können Warnungen direkt auf geeignete Mobiltelefone und Smartphones übertragen werden. Dafür ist keine zusätzliche Warn-App erforderlich. Voraussetzung ist unter anderem, dass das Mobilfunknetz funktioniert, das Gerät eingeschaltet und empfangsbereit ist und das Betriebssystem Cell Broadcast unterstützt. Nach Angaben des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe werden über Cell Broadcast keine personenbezogenen Daten für die Aussendung der Warnungen erhoben oder verarbeitet.
Auch die Warn-App NINA gehört zum deutschen Warnmix. Über die Notfall-Informations- und Nachrichten-App des Bundes können Warnmeldungen für ausgewählte Orte und Gebiete empfangen werden. Neben Gefahrenlagen wie Großbränden oder der Ausbreitung von Gefahrstoffen können über NINA auch weitere Warninformationen, darunter Wetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes und Hochwasserinformationen, bereitgestellt werden.
Eine bundesweit einheitliche Auslösung sämtlicher Sirenen gibt es dagegen nicht. Ob Sirenen vor Ort eingesetzt werden, entscheiden die zuständigen Kommunen. Die Teilnahme am Bundesweiten Warntag ist freiwillig. Deshalb ist nicht automatisch davon auszugehen, dass in jeder Stadt oder Gemeinde Sirenen zu hören sein werden. Welche Warnmittel am 10. September tatsächlich eingesetzt werden, sollten Bürgerinnen und Bürger bei ihrer Kommune erfragen.
Gegen 11:45 Uhr soll die Entwarnung erfolgen. Nach den aktuellen Angaben des BBK wird die Entwarnung über die Warnkanäle und Endgeräte verbreitet, über die zuvor die Probewarnung versendet wurde. Bei Cell Broadcast gilt weiterhin eine Besonderheit: Nach Angaben des BBK wird über diesen Warnkanal derzeit keine Entwarnung versendet.
Der Warntag ist damit nicht nur ein technischer Test. Er soll auch das Bewusstsein dafür stärken, dass Deutschland bei größeren Schadenslagen oder Katastrophen auf einen sogenannten Warnmix setzt. Kein einzelner Warnweg erreicht unter allen Umständen jeden Menschen. Deshalb werden digitale und analoge Möglichkeiten miteinander kombiniert. Das BBK weist beispielsweise darauf hin, dass bei einem Stromausfall oder einem Ausfall des Mobilfunknetzes zahlreiche Warnkanäle nicht funktionieren können. Ein stromnetzunabhängiges Radio kann deshalb eine zusätzliche Möglichkeit sein, Informationen zu erhalten.
Wie gut das Warnsystem inzwischen funktioniert, zeigen auch die Ergebnisse des Bundesweiten Warntags 2025. Nach Angaben des BBK wurden damals 97 Prozent der rund 93.560 Befragten erfolgreich gewarnt. 75 Prozent gaben an, die Warnung über Cell Broadcast erhalten zu haben. Das BBK wertete das Zusammenspiel der unterschiedlichen Warnsysteme als weiter verbessert.
Für den 10. September 2026 gilt deshalb: Wenn gegen 11 Uhr Warnmeldungen auf dem Smartphone erscheinen, im Radio oder Fernsehen eine Probewarnung angekündigt wird oder örtlich Sirenen zu hören sind, besteht kein Grund zur Beunruhigung. Es handelt sich um den Bundesweiten Warntag. Die Warnsysteme werden an diesem Tag bewusst ausgelöst, um ihre Funktionsfähigkeit zu überprüfen und mögliche Schwachstellen zu erkennen. Rund 45 Minuten später, gegen 11:45 Uhr, soll die Entwarnung folgen.
Der Bundesweite Warntag 2026 bietet damit eine gute Gelegenheit, sich nicht nur über den Probealarm zu informieren, sondern auch zu prüfen, über welche Warnwege man selbst erreichbar ist. Wer wissen möchte, welche Warnmittel am eigenen Wohnort eingesetzt werden, sollte sich rechtzeitig bei der zuständigen Stadt oder Gemeinde informieren. Das BBK empfiehlt ausdrücklich, die örtlichen Informationen zu beachten, da die tatsächlich eingesetzten Warnmittel von Kommune zu Kommune unterschiedlich sein können.
Text Thomas Ungewiß
Redaktion Antenne-Peine