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Die Peiner Autorin Gabriele Helms

  • Thomas
  • 5. Oktober 2026 um 12:39
  • 1.229 Mal gelesen
  • 0 Kommentare
  • 4 Minuten
Mehr zu diesem Audioangebot

Die Audioversion dieses Artikels wurde künstlich erzeugt. Bitte beachten Sie, dass bei einer automatisierten Sprachsynthese kleine Ungenauigkeiten in der Aussprache auftreten können.

Anneliese und Alfred: Zwei Handpuppen, die Geschichten erzählen

Gabriele Helms verbindet Erinnerungsarbeit, Kreativität und persönliche Geschichten

Was 2021 mit einer Facebook-Gruppe begann, ist inzwischen zu einem umfangreichen kreativen Projekt geworden. Gabriele Helms entwickelt bebilderte Gedächtnisgeschichten, Gedächtnisspiele und Betreuungsmaterial für Seniorinnen und Senioren. Im Mittelpunkt stehen dabei zwei besondere Figuren: Anneliese und Alfred, ein liebenswertes Handpuppenpaar.

Die Grundlage für dieses Projekt entstand während ihrer Tätigkeit als Betreuungskraft in Peiner Seniorenheimen. Von 2015 bis 2024 arbeitete Gabriele Helms dort und suchte immer wieder nach neuen Möglichkeiten, den Bewohnerinnen und Bewohnern etwas Besonderes anzubieten.

„Gekauftes Material ist teuer, also waren eigene Ideen gefragt“, erzählt sie.

Die entscheidende Inspiration kam schließlich durch einen Katalog. Dort entdeckte Gabriele die beiden Handpuppen. Ihre Idee: Aus ihren Klappmäulern sollte all das kommen dürfen, was einem Menschen so durch den Kopf geht.

Auch der Hersteller der Puppen, die Firma Kumquats, unterstützte die Idee und übertrug Gabriele Helms die Rechte an den Bildern und Geschichten.

Aus dem Alltag wurden Geschichten

2021 gründete Gabriele Helms die Facebook-Gruppe „Gedächtnisspiele“. Gleichzeitig begann sie, ihre täglichen Beobachtungen in Geschichten zu verpacken.

Ob in der Natur, beim Busfahren oder mitten im Alltag: Anneliese und Alfred wurden zu Begleitern, mit denen Gabriele ihre Erlebnisse auf besondere Weise erzählte.

Anfangs entstanden die Fotos noch in der heimischen Umgebung. Später ging es mit den beiden Figuren hinaus in die Natur. Dabei sorgten die ungewöhnlichen Fotomotive auch bei zufällig vorbeikommenden Menschen für Aufmerksamkeit.

Die Reaktionen waren überwiegend positiv. Viele Menschen zeigten sich neugierig und schlossen Anneliese und Alfred schnell ins Herz.

Besonders wichtig waren für Gabriele jedoch die Reaktionen der Seniorinnen und Senioren.

Menschen mit Demenz entwickelten teilweise eine ganz besondere Beziehung zu den Figuren. Gabriele berichtet, dass sich einige Bewohnerinnen regelrecht in Anneliese „verliebten“, während Männer in Alfred ihren „Leidensgenossen“ fanden. Die Damen wiederum gaben Anneliese gute Ratschläge für alle möglichen Lebenslagen.

Für Gabriele ist genau das ein wichtiger Teil ihrer Arbeit: Wenn die Bewohnerinnen und Bewohner während einer Geschichte sie selbst völlig vergessen und nur noch Anneliese und Alfred wahrnehmen, ist für sie sehr viel erreicht.

Ein Stück Familie steckt in den Figuren

Die Geschichten sind nicht ausschließlich frei erfunden. Auch Menschen aus Gabrieles persönlichem Umfeld finden darin ihren Platz.

So lebt beispielsweise ein Stück ihres Vaters in Alfred weiter. Die „Jungschen“ spiegeln ihre Tochter wider. Weitere Charaktere orientieren sich ebenfalls an Menschen aus ihrem näheren Umfeld.

Dadurch bekommen die Geschichten einen persönlichen und lebensnahen Charakter.

Hilfe für Betreuungskräfte

Neben den Geschichten mit Anneliese und Alfred entwickelt Gabriele Helms regelmäßig weiteres Betreuungsmaterial.

Damit möchte sie vor allem Betreuungskräfte unterstützen, die häufig nach einem langen Arbeitstag noch überlegen müssen, welche Beschäftigung sie am nächsten Tag anbieten können.

Viele ihrer Ausarbeitungen werden deshalb an aktuelle Themen angepasst. Dass dieses Konzept funktioniert, zeigen laut Gabriele auch die zahlreichen langjährigen Stammkunden.

Darüber hinaus nimmt sie gerne individuelle Wünsche entgegen und entwickelt Materialien zu besonderen Themen.

Ein Teil der Einnahmen kommt außerdem tierischen Projekten zugute. Einen anderen Teil erhält, wie Gabriele selbst augenzwinkernd sagt, „das Finanzamt“.

Vom Betreuungsmaterial zum eigenen Buch

Die Idee, einen Teil ihrer Geschichten in Buchform zu veröffentlichen, hatte Gabrieles Sohn. Er erstellt die Bücher nach ihren Vorgaben über den BoD-Verlag.

So wurden aus den ursprünglich für die Betreuung entwickelten Geschichten schließlich eigene Bücher.

Neue Geschichten von Anneliese und Alfred entstehen derzeit nicht. Gabriele arbeitet daran, die bisherigen Geschichten in etwas veränderter Form ebenfalls als Buch herauszubringen.

Ein weiteres Buch ist bereits in Arbeit. Was sich dahinter verbirgt, möchte sie allerdings noch nicht verraten.

Eines steht jedoch fest: An Ideen mangelt es Gabriele Helms nicht. Monatlich entstehen weiterhin ein bis zwei neue Ausarbeitungen für die Betreuung.

Zwei Figuren mit großer Wirkung

Die Geschichte von Anneliese und Alfred zeigt, wie aus einer einfachen Idee etwas Besonderes entstehen kann.

Was einst mit zwei Handpuppen und dem Wunsch begann, Seniorinnen und Senioren abwechslungsreiche Beschäftigung anzubieten, ist heute ein eigenes kreatives Projekt mit Geschichten, Büchern, Gedächtnisspielen und Betreuungsmaterial.

Dabei geht es um weit mehr als reine Beschäftigung. Es geht um Erinnerungen, Gespräche, Emotionen und gemeinsame Momente.

Und manchmal reicht dafür eben ein kleines Handpuppenpaar, das die richtigen Worte findet.

Gabriele Helms hat mit Anneliese und Alfred zwei Figuren geschaffen, die bei vielen Menschen einen festen Platz gefunden haben


Text Thomas Ungewiß

Reaktion Antenne-Peine

Bilder

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