Die bunte Welt der Frauen setzt starkes Zeichen in Ilsede
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Thomas -
5. März 2026 um 15:59 -
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Mit der Veranstaltung „Die bunte Welt der Frauen“ ist am 28. Februar 2026 im Foyer der Gebläsehalle in Ilsede der
Auftakt zum Internationalen Frauentag gelungen. Rund 250 Besucherinnen kamen zusammen, um sich
auszutauschen, neue Impulse mitzunehmen und ein Zeichen für Gleichstellung und Solidarität zu setzen. Die
Veranstaltung wurde von der Gleichstellungsbeauftragten der Gemeinde Ilsede, Anja Opitz, gemeinsam mit der
Gleichstellungsbeauftragten des Landkreises Peine, Maria Cramm. organisiert.
Schon zu Beginn machte Anja Opitz deutlich, worum es an diesem Abend gehen sollte. In ihrer Begrüßung griff sie
das bekannte Bild der „Powerfrau“ auf und stellte die Frage, ob Frauen für ihre Leistungen tatsächlich die
Anerkennung erhalten, die sie verdienen. Ihr Fazit: „Wenn wir ehrlich sind, feiern wir die Powerfrau, aber bezahlen
sie nicht. Es geht nicht darum, noch mehr zu leisten. Es geht darum, Leistung endlich fair zu bewerten.“
Der Zeitpunkt der Veranstaltung war bewusst gewählt. Nur einen Tag zuvor erinnerte der sogenannte Gender Pay
Day daran, dass Frauen statistisch und rechnerisch gesehen bis Ende Februar unbezahlt arbeiten, während
Männer bereits seit Jahresbeginn entlohnt werden. Der Abend griff diese gesellschaftlichen Fragen auf und
verband sie mit dem Blick auf die Region.
Auch Maria Cramm, seit Kurzem Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Peine, stellte sich an diesem Abend
vor. Die Sozialarbeiterin betonte, dass Gleichstellung nicht nur an einzelnen Aktionstagen thematisiert werden
dürfe. „Der 8. März ist ein wichtiger Tag, ein Zeichen der Erinnerung, aber wir sind mehr, als dass man an nur
einem Tag an uns denkt“, erklärte sie. Gleichstellung sei ein Gewinn für die gesamte Gesellschaft.
Ein weiterer Schwerpunkt des Abends war die Rolle von Frauen in politischen Entscheidungsprozessen. Anja Opitz
erinnerte daran, dass Frauen rund die Hälfte der Gesellschaft ausmachen und sich diese Realität auch in
politischen Gremien widerspiegeln sollte. Gerade auf kommunaler Ebene würden Entscheidungen getroffen, die
direkte Auswirkungen auf das tägliche Leben haben, etwa bei Themen wie Kinderbetreuung, Mobilität oder
Arbeitsbedingungen. Ihr Appell lautete daher, dass sich mehr Frauen ermutigt fühlen sollten, sich politisch
einzubringen und Verantwortung zu übernehmen.
Gleichzeitig formulierte sie eine Vision, die über den Abend hinausweist. In der Region gebe es bereits engagierte
Zusammenschlüsse, vom Unternehmerinnen- über das Interkulturelle- bis hin zum Politikerinnen-Netzwerk. Viel
Engagement sei da, oft jedoch nebeneinander statt miteinander. Genau hier setze ihre Idee an: „Meine Vision ist
es, all die Frauen aus den Netzwerken zusammenzubringen und zu vernetzen, denn dann kann Großes
entstehen!“
Neben den inhaltlichen Impulsen lebte der Abend vor allem von der Vielfalt der Teilnehmerinnen.
Unternehmerinnen, politisch Engagierte, Ehrenamtliche und Kulturschaffende kamen miteinander ins Gespräch.
Viele Gäste betonten, wie wertvoll es sei, ein solches Format direkt vor Ort zu erleben und dafür nicht in größere
Städte fahren zu müssen.
Im Mittelpunkt stand der Gedanke der Solidarität. Nicht Konkurrenz, sondern gegenseitige Unterstützung prägte
die Atmosphäre. Passend dazu wurde ein Zitat der Komikerin Caroline Kebekus aufgegriffen: „Wir sind keine
Königinnen in einem Märchen, in dem es nur einen Thron gibt.“
Die große Resonanz zeigte sich auch in den Anmeldezahlen. Neben den rund 250 Teilnehmerinnen standen
weitere 130 Interessierte auf der Warteliste. Für die Organisatorinnen ist das ein klares Zeichen, dass solche
Veranstaltungen in der Gemeinde auf großes Interesse stoßen. Daher ist bereits jetzt angedacht, das Format im
kommenden Jahr fortzuführen.
Der Abend machte deutlich, wie viel entstehen kann, wenn Frauen sich vernetzen, Erfahrungen teilen und
gemeinsam neue Perspektiven entwickeln. Gleichzeitig war er eine Einladung an alle, sich weiterhin für
Gleichstellung und gesellschaftliche Teilhabe einzusetzen. Auch Männer sind dabei ausdrücklich willkommen.
Denn echte Gleichstellung gelingt nur gemeinsam.