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Vorstellung der kommunalen Wärmeplanung für die Gemeinde Lengede

  • Thomas
  • 5. März 2026 um 16:54
  • 473 Mal gelesen
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  • 4 Minuten
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Vorstellung der kommunalen Wärmeplanung für die Gemeinde Lengede

Die Gemeinde Lengede hat gemeinsam mit der Firma Etanomics Service GmbH aus Neu-Isenburg den kommunalen Wärmeplan für die Gemeinde Lengede erstellt. Die Ergebnisse dieses Wärmeplanes wurden in einer öffentlichen Infoveranstaltung Mitte Februar 2026 vorgestellt. Hieran nahmen rd. 150 Personen teil.

v.l: Herr Vollmer (Gemeinde Lengede), Herr Härtlein und Herr Hahn (Firma Etanomics Service GmbH) und Herr Geerts (Allgemeiner Vertreter stehen im Saal des Bürgerhauses vor der LED-Leinwand. Im Hintergrund ist die Präsentation zur Vorstellung der kommunalen Wärmeplanung der Gemeinde Lengede mit der Abbildung des Rathauses zu sehen.

Vorstellung der kommunalen Wärmeplanung der Gemeinde Lengede

© Gemeinde Lengede

Das Ziel der kommunalen Wärmeplanung ist es, für das Gebiet der Gemeinde Lengede Klarheit über den aktuellen Wärmebedarf zu erlangen und Möglichkeiten zu eruieren, wie dieser Bedarf zukünftig mit erneuerbaren Energien abgedeckt werden kann. „Gemäß dem Wärmeplanungsgesetz (WPG) ist die Gemeinde Lengede als Kommune mit weniger als 100.000 Einwohnern dazu verpflichtet, die kommunale Wärmeplanung bis Mitte 2028 zu erstellen, ab diesem Zeitpunkt greift gleichzeitig die Verpflichtung zur Nutzung von 65 % erneuerbarer Energien bei Heizungsanlagen. Wir haben uns hier frühzeitig auf den Weg gemacht und können die Wärmeplanung bereits früher als gesetzlich vorgeschrieben vorlegen“, erläutert Bürgermeisterin Maren Kleinschmidt.

Um den Herausforderungen des Klimawandels begegnen zu können, bedarf es umfassender Maßnahmen zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen und der Förderung einer nachhaltigen Energieversorgung. Rd. 75 % der Heizungen in deutschen Haushalten werden derzeit mit fossilen Brennstoffen wie Öl und Gas betrieben. 2024 wurde das Gebäudeenergiegesetz (GEG) novelliert. Hierdurch soll der Umstieg auf erneuerbare Energien beschleunigt, die Importabhängigkeit von fossilen Energieträgern verringert und die klimaneutrale Wärmeversorgung bis 2045 in Deutschland erreicht werden.

Die Erstellung eines kommunalen Wärmeplans ist zentraler Inhalt des Wärmeplanungsgesetztes. Den ersten Verfahrensschritt bildet die Bestandsanalyse. Ziel ist es, die bestehende Wärmeversorgung in der Gemeinde Lengede systematisch zu erfassen, zu bewerten und darauf aufbauend Potenziale für eine effiziente und klimafreundliche Transformation des Wärmesektors zu definieren. Wohngebäude stellen in der Gemeinde Lengede den größten Anteil der Gebäude (91 %) sowie den überwiegenden Anteil des Wärmebedarfs (74 %) dar. Vom Wärmebedarf werden rd. 72 % über Erdgas bereitgestellt, 22 % werden durch Heizöl erzeugt und 6 % durch stückiges Holz, Pellets, Strom und Fernwärme. Die jährlichen CO₂-Emissionen werden aktuell zu etwa 63 % durch Erdgas und 27 % durch Heizöl verursacht.

Aufbauend auf der Bestandsanalyse wird eine Potenzialanalyse durchgeführt. Hierbei werden die Möglichkeiten zur Reduzierung des Wärmebedarfs sowie die Optionen zur Bereitstellung von emissionsfreier Wärme und erneuerbarem Strom unter Berücksichtigung der vorhandenen Infrastruktur untersucht. Dabei wird analysiert, wie sich der Wärmebedarf in der Gemeinde Lengede in Zukunft entwickeln könnte und mit welchen Wärmequellen der zukünftige Bedarf gedeckt werden kann.

Im nächsten Schritt wird ein Zielszenario entwickelt, das die gewünschte Wärmeversorgung der Zukunft beschreibt. Dieses Szenario berücksichtigt die kommunalen Klimaziele, gesetzlichen Vorgaben sowie die Erwartungen der Bevölkerung. Außerdem wird festgelegt, welche Anteile an erneuerbaren Energien bis zu einem gewissen Zeitpunkt erreicht werden sollen und welche Maßnahmen hierfür erforderlich sind. Das niedersächsische Miniserum für Umwelt, Energie und Klimaschutz verfolgt das Ziel, die Klimaneutralität bereits 2040 zu erreichen.

Basierend auf den Ergebnissen der vorangegangenen Analysen wird das Gemeindegebiet in verschiedene Wärmeversorgungsgebiete unterteilt. Diese Einteilung ermöglicht es, spezifische Strategien für verschiedene Gebiete zu entwickeln, wobei Faktoren wie Wärmebedarf, Verfügbarkeit von Energieträgern und vorhandene Infrastruktur berücksichtigt werden. Anschließend wird festgelegt, welche Art der Wärmeversorgung für die einzelnen Gebiete in Betracht kommen. Hierbei wird unterschieden zwischen dem Ausbau zentraler Wärmenetze, dem Ausbau dezentraler Lösungen oder dem Einsatz innovativer Technologien. Das Gemeindegebiet wurde in neun Teilbereiche untergliedert. Für sechs dieser Gebiete wird aufgrund des geringen Gebäudealters, einer niedrigen Wärmeliniendichte oder fehlender Potenziale eine dezentrale Wärmeversorgung empfohlen. Für die übrigen drei Gebiete empfiehlt sich der Aufbau eines Wärmenetzes.

Die Einteilung der Wärmeversorgungsgebiete und deren potenzielle Wärmeversorgungsarten in der Gemeinde Lengede stellen sich konkret wie folgt dar:

Klein Lafferde = dezentrale Versorgung

Woltwiesche West und Neubaugebiete = dezentrale Versorgung

Woltwiesche Kern = Wärmenetz

Lengede Randgebiete = dezentrale Versorgung

Lengede Kern = Wärmenetz

Lengede Gewerbegebiet = dezentrale Versorgung

Broistedt West = Wärmenetz

Broistedt Ost = dezentrale Versorgung

Barbecke = dezentrale Versorgung

Abschließend wird eine Umsetzungsstrategie entwickelt, die konkrete Maßnahmen zur Realisierung der Ziele und Szenarien enthält. Hierzu zählen u.a. die Prüfung und Planung der oberflächennahen Geothermie und BEW-Machbarkeitsstudien für die Gebiete „Woltwiesche Kern“ und „Broistedt West“.

„Das übergeordnete Ziel der kommunalen Wärmeplanung ist die Erreichung der Treibhausgasneutralität. Mit den im Wärmeplan enthaltenen Maßnahmen ist die Gemeinde Lengede auf einem guten Weg, dies zukünftig zu erreichen“, hebt Bürgermeisterin Kleinschmidt abschließend hervor.

Den kompletten Wärmeplan für die Gemeinde Lengede können Sie hier einsehen.

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